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Unterrichtsfach Lebenskunde

Humanistische Lebenskunde in der Aziz-Nesin-Grundschule

Seit 1998 gibt es das freiwillige Fach „Lebenskunde“ in der Aziz-Nesin-Grundschule, weil Eltern aus der Schulgründergeneration an den Humanistischen Verbands herantraten, um ihren Kindern eine kritische Auseinandersetzung mit moralischen und ethischen Fragen zu ermöglichen. Selbstbestimmung, Verantwortung, Einfühlungsvermögen, Solidarität, Gerechtigkeit und Aufklärung, eigenständige Antworten zum Sinn des Lebens zu finden, bzw. die Fähigkeit zur kritischen Reflexion von Ideologien sowie von Glaubenssystemen, sind erklärte Ziele des humanistischen Lebenskundeunterrichts.Dies entspricht den Ideen des Schulnamensgebers Aziz Nesin. Sein pädagogisches Grundprinzip war es, Kinder zu selbstständigen, selbstbewussten, gebildeten und kritischen Bürgern zu befähigen. „Ich will, dass die Kinder meiner Stiftung mit kritischen Augen durch die Welt gehen, gegenüber Menschen, Traditionen, Tabus und Meinungen.“ (Aziz Nesin „Korkudan korkmak“ –Angst vor der Angst – Schriften zur Pädagogik 1988).

Die Fragestellungen im Unterricht ergeben sich aus dem Leben der SchülerInnen, in dem Verhalten und Einstellungen immer wieder altersgemäß reflektiert und bearbeitet werden, u.a. Gefühle bei sich selbst und anderen zulassen und sich derer bewusst werden. Das Ziel der Selbstbestimmung beinhaltet den Mut, zu sich selbst zu stehen, auch wenn Meinung und Verhalten anderer dem widersprechen. Dies erfordert Konfliktfähigkeit, aktive Toleranz wider Gleichgültigkeit. Dies wird im Lebenskundeunterricht in vielen Formen und Themen aufgegriffen.

Der Lebenskundeunterricht möchte die Vielfalt von Lebensmöglichkeiten verschiedener Menschen und Kulturen als Bereicherung erlebbar machen. Dies setzt die Möglichkeit zu einer differenzierten Wahrnehmung einer Mehrperspektivität ( je nach Standort des/ der Betrachterin bietet dieselbe Sache unterschiedliche Sichtweisen und persönliche Zugänge, z.B. dass es keine einheitliche deutsche oder türkische Kultur gibt). In der Praxis bedeutet dies einLernen mit allen Sinnen (spielerische, kreative und handlungsorientierte Auseinandersetzungen, Entspannungs- und Konzentrationsübungen). Lebenskunde will Kindern Lust machen, Fragen und Neugier zu den vielen Fragen „Wie? Warum? Wozu?“ des Lebens zu entwickeln und nach Antworten zu suchen. Dies beinhaltet auch, die Fähigkeit herauszubilden, offene Fragen und Widersprüche auszuhalten.

 

                                              „Swimmy“ – Anders sein – ein Thema im Lebenskundeunterricht in der ersten Klasse

 

 

 

 

 

„Kinderrechte angeln“ Was ist ein Bedürfnis und was ein Kinderrecht? Humanistische Lebenskunde in der 4. Klasse